Hauptinhalt

B 101-Brücke bei Großenhain

Stand: 23.02.2026

Bautagebuch für die B 101-Brücke bei Großenhain

/
(© LASuV)

(11.02.2026): Vorbereitung und Betonnage der Pfahlkopfplatten. Nach Aushärtung und Auffüllung werden die Schalungen für die Brückenwiderlager gestellt.

/
(© LASuV)

(16.12.2025) Einbringung der Bohrpfähle

/
(© LASuV)

(25.08.2025) Baustart der neuen Brücke

/
(© LASuV)

(20.12.2024) Der Abbruch der Brücke über die Bahngleise geht zügig voran

/
(© LASuV)

(19.12.2024): Der Abriss der B 101-Brücke bei Großenhain beginnt

Pressemeldungen

Fakten zum abgerissenen Bauwerk

Baujahr: 1979
Brückenlänge: 88 Meter, Dreifeld-Brücke (27,5 Meter - 33 Meter - 27,5 Meter
Brückenbreite: 11,44 Meter ohne Gehwege
Konstruktionsart: einzelliger Spannbetonhohlkasten
Statisches System: 3-Feld Durchlaufträger
Verwendetes Baumaterial: spannungsrissgefährdeter Hennigsdorfer Spannstahl (unter bestimmen mechanischen und chemischen Voraussetzungen neigt dieser zu spontanem Versagen)
Letzte Instandsetzung: 2001 bis 2003
Verkehrsmengen: durchschnittlich 5.449 Kfz in 24 Stunden (DTV);
Schwerverkehrsanteil (> 3,5 t) 11,5 %

 

FAQ B 101-Brücke

Was war zum Zustand der Brücke in Großenhain bekannt?

Aus vorigen Bauwerksprüfungen war bekannt, dass die Nutzungsdauer der Brücke begrenzt ist. Am gesamten Überbau war bereits eine Zunahme der Risse festgestellt worden. Der sogenannte »Betonkrebs«, eine Treibreaktion in Form der Alkali-Kieselsäure-Reaktion, wurde bereits 2008 festgestellt..

Warum war die sofortige Sperrung und der Abriss notwendig?

Im Rahmen der Prüfungen 2024 zeigte sich im Vergleich zur Hauptprüfung 2023 eine weitere Zunahme von Rissen und Rissweiten. Zur Ursachenklärung wurden am 18. Dezember an hochbelasteten Bereichen des Überbaus mehrere Spannglieder freigelegt, begutachtet und Proben entnommen. Dabei stellte sich heraus, dass die Spannstahllitzen (Spannstahl) angerostet waren und bereits einzelne Litzen versagt hatten. Die dokumentierte Vorspannung zeigte deutliche Kraftumlagerungen infolge dieser Schäden. Zudem wurden typische Anrisse infolge von Spannungsrisskorrosion festgestellt.
Der Gesamtzustand ließ nur den Schluss zu, dass die Standsicherheit des Bauwerks nicht mehr gegeben war. Dies wurde durch eine kurzfristige statische Berechnung belegt, die von einem Prüfingenieur bestätigt wurde. Noch am 18. Dezember wurde die Brücke für Straßen- und Bahnverkehr gesperrt. Der Rückbau erfolgte bis zum 23. Dezember 2024.

Wie konnte der Abriss so schnell erfolgen?

In Vorbereitung der Prüfung und Untersuchung wurden vorsorgliche Maßnahmen getroffen, die im Falle einer Entscheidung zur sofortigen Vollsperrung realisiert werden können. Dies ist vor allem vor dem Hintergrund der betroffenen Bahnstrecke Dresden-Berlin mit einer Ausbaugeschwindigkeit von bis zu Tempo 200 geboten.
Die Beteiligten der Deutschen Bahn AG waren über die Prüfung vorinformiert. Bahnbautechnik und Fachpersonal wurde deutschlandweit für eine mögliche bauliche Reaktion zusammengezogen. Seitens des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr wurden Vorkehrungen getroffen, um eine bauliche Reaktion seitens des Straßenbaulastträgers sicherzustellen. Zielstellung war dabei, eine mögliche notwendige Sperrung der Bahnstrecke auf ein Minimum zu reduzieren.

Dank der Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte innerhalb einer kurzen Vorbereitungszeit der Abriss als Vorsorgemaßnahme organisiert und letztlich auch umgesetzt werden.

            Abbruch in Zahlen

  • Bahnsperrung 18.12.2024, 18:00 bis 23.12.2024, 15:00 in Summe ca. 120 Stunden
  • 12 Großgeräte
  • 400 Meter Spundbohlen als Schutzlage
  • 3.500 Tonnen Bettungsmaterial
  • 150 Straßenbauplatte

Welche Bauart wurde für das neue Brückenbauwerk gewählt?

Für den Neubau ist ein geschlossenes Rahmenbauwerk in Verbundfertigteilbauweise vorgesehen, dessen Gesamtlänge sich auf rund 53 Meter erstreckt.

Wann kann mit einer neuen Brücke gerechnet werden?
Zeitplan

  • Ausschreibung und Vergabe: bis August 2025
  • Baubeginn: ab September 2025
  • Bauzeit: voraussichtlich zwischen 12 und 18 Monaten

Welche Maßnahmen werden aktuell umgesetzt?

Die Bohrarbeiten für die Brücke sind abgeschlossen, wobei die Arbeiten an den Stützwänden noch ausstehen. Momentan werden die Pfahlkopfplatten vorbereitet und betoniert. Nach deren Aushärtung und der notwendigen Auffüllung erfolgt das Stellen der Schalungen für die Brückenwiderlager. Das Wetter hat die Arbeiten ein wenig verzögert, insbesondere durch eingefrorene Geräte während der Bohrpfahlarbeiten. Allerdings mussten dadurch keine Arbeitsvorgänge getauscht oder umorganisiert werden. Insgesamt führt der etwas längere Winter zu leichten Verzögerungen, die den Zeitplan für das Gesamtprojekt jedoch kaum beeinflussen, da ausreichend Pufferzeit vorhanden ist. In den kommenden Wochen liegt der bauliche Fokus auf der Herstellung der Brückenwiderlager, die bis zum Einheben der Träger fertiggestellt werden müssen.

Wie wird die Verkehrsführung organisiert?

Die Umleitung für den motorisierten Verkehr erfolgt aus Richtung Großenhain über die S 81 nach Lenz über Geißlitz weiter nach Großdobritz, dann über die S 177 bis Meißen und weiter für die B 101 über Ockrilla, Gävernitz und Priestewitz zurück nach Großenhain. Die Gegenrichtung wird analog geführt. Die erforderliche Umleitungsbeschilderung ist eingerichtet.

 

 

Zuständiger Ansprechpartner

Die Bundesrepublik Deutschland ist Baulastträger für die Brücke im Zuge der B 101 bei Großenhain. Der Freistaat Sachsen betreut die Brücke in Auftragsverwaltung. Beim Landkreis Meißen sitzt die zuständige Verkehrsbehörde. Zudem liegen die Aufgaben für den ÖPNV und die Rettungsdienste beim Landkreis. Diese und weitere Beteiligte stehen im engen Austausch.

Wir bitten um Verständnis, dass die vorhandenen Kapazitäten derzeit zielgerichtet eingesetzt werden müssen und Anfragen nur im erforderlichen und möglichen Umfang beantwortet werden können. Anfragen der Presse sind wie gewohnt an die zuständigen Behörden zu richten.

zurück zum Seitenanfang